Bürgergemeinschaft Unterbeuern-Lichtental e.V.
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BNN Montag, 26.01.2026: Narren sammeln Notgroschen für die Stadtkasse


Büttenabend der Bürgergemeinde Unterbeuern überzeugt mit Witz, Esprit und närrischen Talenten
**Baden-Baden. **Fastnacht vom Feinsten haben die Narren der Region beim Büttenabend der Bürgergemeinde Unterbeuern (BGU) erlebt. Bodenständig, urwüchsig, witzig und unterhaltsam plagten die Beiträge entweder aufs Heftigste das Zwerchfell oder boten einen wahren Augenschmaus. Manche schafften sogar beides. Mit dem traditionellen Eröffnungslied „Im Unterdorf“, in das der ganze Saal kräftig einstimmte, bewiesen die Narren Lokalpatriotismus. Ihr gutes Herz zeigte die Bürgergemeinde mit ihrem Jahresorden. Um der klammen Stadt auf die Beine zu helfen, wurde ein Notgroschen kreiert – wahlweise zu spenden oder ans Revers zu heften.
Gleich zum Auftakt bot Fastnachtsküken Lina Riedinger ein absolutes Highlight. Der kessen Göre liegt die Fastnacht im Blut. In ihrem von Lachsalven des Publikums gespickten Beitrag nahm das Riesentalent seine Oma Sabine Scherer aufs Korn, seit Jahrzehnten ein Büttenstar der BGU. Genüsslich sprach Lina deren beinah jährliches Abtreten für immer und Comeback im Folgejahr an – „zum Abdanken wird es langsam Zeit, jetzt stehe ich als junge Göttin bereit“.
Die Kinder- und Jugendtanzgruppen von Simone Steinel zeigten viel Temperament bei ihren Auftritten. Peter Böhlen legte als Eulenspiegel gewohnt eloquent den Finger in politische Wunden, wobei das marode Stadtsäckel eine Steilvorlage bot. Was ihm nicht einleuchtete, war etwa der gigantische Spareffekt durch den Wegfall der Hundekotbeutel oder die prozentuale Verteilung der Lasten zwischen der Kurstadt und Rastatt beim Neubau des Klinikums Mittelbaden.
Eine herrliche Persiflage als „Glamour Girls“ bot das Triumvirat Andrea Maier, Margarethe Seckler und Snoopy Ziller. Die aufgebrezelten Damen träumten von den Idealmaßen ihrer Angebeteten mit 90 Jahren, 40 Grad Fieber und 90 Millionen auf dem Konto. Coco Schrapnell, Karla Lagerfeld und Nutella Versace empfahlen, vorhandenes Geld in Alkohol zu investieren – „nirgendwo sonst gibt’s 40 Prozent“.
Sabine Scherer plauderte sodann im Stewardessenkostüm über ihren Job als himmlische Taxifahrerin. Ihre Touren sind zwangsläufig Einbahnstraßen für all die „kleinen Sünderlein“. Dabei zeigte sie nicht immer Höflichkeit gegenüber ihren Fahrgästen: „Manch einer sieht aus, als hätte er den Magen verdorben und wäre gestern schon verstorben“.
Was Tanzgruppen anbelangt, konnte die BGU an diesem Abend gleich zwei Premieren auf der Bühne des Löwensaales aufbieten. Neben der Sterneberger Junggarde aus Altschweier riss auch die personell sehr gut bestückte Schielberg Garde zu Beifallsstürmen hin, die auch noch einen tollen Showtanz draufhatte.
Die beiden Fastnachtsoldies Ralf Scherer (BGU) und Tommy Schindler, Sitzungspräsident der BG Haimbach, legten mit ihrem Auftritt vielleicht den Grundstein für eine künftige närrische Kooperation in Lichtental. Denn ihre verbalen Neckereien ließen dennoch keinen Zweifel an der gegenseitigen Sympathie. Eine grandiose Nummer lieferten die BGU-Aktiven mit ihrer Beachparty am Krottenweiher. Da war alles geboten, von hübschen Nixen und Poseidon über Baywatch-Helden bis zum Eismann und verirrten Touristen. Cocktails wie „Karibiktraum mit Krötenschaum“ animierten zu lieblichen Gesängen und einer herrlich verwickelten Story.
Eine humoristische Paradenummer hatte Markus Müller drauf, der sich bei seinem gewonnenen Aufenthalt im Brenners Pack Hotel unter seinesgleichen fühlte und vom römischen Salon bis zum Gleitschirmfliegen alle Angebote mitnahm. Sascha Scheffel und Jan Riedinger outeten sich auf Frauenpirsch. Als Harry Neuschnee und Hagen Licht plauderten und sangen sie über Erlebnisse mit der holden Weiblichkeit und versuchten abzugreifen, was bei drei nicht auf dem Baum war. Allerdings mit einer Einschränkung: „Wollt ihr uns kennenlernen, wir sind frei, aber beim ersten Date ist immer die Mama dabei“. Das Zwerchfell der Narren war zu diesem Zeitpunkt bereits arg strapaziert. Die Fuzzis setzten noch eins drauf. Mit verballhornten Songtexten wie dem Schafbergjodler ernteten sie zum Abschluss dieses grandiosen Abends tosenden Applaus.
Service
Weitere Bilder gibt es unter bnn.de.
Die Mittelgruppe der BGU-Aktiven sorgt mit ihrer Beachparty am Krottenweiher für Lachsalven im Löwensaal. Foto: Cornelia Hecker-Stock
Die Glamour Girls Coco Schrapnell, Karla Lagerfeld und Nutella Versace verraten ihre Tricks beim Einfangen reicher Männer. Foto: Cornelia Hecker-Stock


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Bericht im Badischen Tagblatt vom Adventsverkauf am 28.11.2021 

Baden-Baden (co) – Die vielen Fans der Obstscheune am Leisberg schrecken weder Kälte noch Regen oder gar Wind. Sie sind hart im Nehmen, und vor allem sind sie treu. Das zeigte sich wieder am Sonntag beim Adventsverkauf der Obstgutprodukte. Teils kamen ganze Wandergruppen im Familienverbund in das Obstgut Leisberg, um sich mit Leckereien einzudecken. Andere bauten ihren Besuch im Obstgut in den sonntäglichen Spaziergang ein, da ja Bewegung im Freien das Immunsystem stärkt, was derzeit besonders gefragt ist. Die fleißigen Heinzelmännchen der Bürgergemeinde Unterbeuern hatten sich wieder gut vorbereitet und mit viel Liebe gebastelt und in der Küche gewerkelt, um den Besuchern eine vorweihnachtliche Freude zu machen. So hatte Baumwart Klaus Herrmann passendes Gehölz ausgesägt, aus dem Gaby Graneck und Waldtraud Nölle hübsche Adventsgestecke zauberten. Leckeres Weihnachtsgebäck von Renate Wiedholz war ebenso gefragt wie Marmorkuchen, Linzertorte oder feines Apfelbrot. Direkt aus den Erträgen des Obstgutes stand frischer Apfelsaft zur Verfügung ebenso wie Quittengelee oder der Jahreszeit angepasste Bratapfelmarmelade. Florentine Schulz, Tausendsassa am Leisberg, da sie immer und überall hilft, wo sie gebraucht wird, hatte wieder unzählige Paare der begehrten warmen Wollsocken gestrickt. Kompott, Most, Apfelessig, eingeweckte Suppen und das beliebte Holzofenbrot ergänzten das Angebot unter freiem Himmel. Nur auf den Ausschank musste verzichtet werden, dennoch ließen sich die Besucher eine angeregte Plauderei nicht nehmen.